Vom Wasser zur Freiheit

Der heutige Samstag verlief diesmal anders als ich erwartet hatt. Gleich früh am Morgen (13.00 Uhr MEZ) ging ein Anruf von Daniel Coppes ein. Die Bitte und der Auftrag: Renovieren. So wurde ich als Gastarbeiter angeheuert. Nach geschätzten vier Stunden wurden es doch mal schnell zehn. Gut, alles gereicht bei Gott zum Vorteil, denn ich konnte mal wieder meine Trägheit überwinden und zum Bonus, wenn nicht DAS wichtigste war die Gemeinschaft mit Daniel, den man ja nur selten zu sehen kriegt. Der Tageslohn waren drei Hotdogs und eine Coke bei IKEA.

Hinterher war ich mit Christoph in der „Kaffee Bohne“ und wir haben uns zwei Schokoladengetränke schmecken lassen. Dabei habe ich mich mit Christoph über mein wieder aufsteigenden Zweifel ausgetauscht. Ich frage mich zur Zeit verstärkt wieder, was mir eigentlich mein Glauben bringt und was sich denn für mich und an mir verändert hat. Gott wirkt an mir, soviel steht fest. Ich kenne mein Leben von früher, bevor ich mich für ein Leben mit Gott entschieden habe und ich kenne mein derzeitiges Leben. Es hat sich sicherlich vieles verändert und ein Christ würde sofort sagen „Zum Guten!“, aber ich muss immer wieder schauen was sich denn verändert hat. Und oftmals muss ich sagen, dass sich vieles so verändert hat, wie ich es mir eigentlich nicht gewünscht hätte. Das war mir natürlich von vornherein klar, aber eine Sache beschäftigt mich, nämlich die Sache, die jeden beschäftigt. Viele glauben sie zu habe, viele wollen sie haben und viele glauben zu wissen wie man es erreicht, könne es aber im Endeffekt nicht. Ich spreche von Freiheit. Wenn man sich mal eines dieser tückischen Marlbor-Werbespots ansieht, sind endlose Steppen und wunderschöne, idyllische Täler  zu sehen, die einem das Gefühl von Freiheit und Frieden vermitteln. Die Medien spielen mit diesem tiefen Wunsch nach Frieden und Freiheit eines Menschen und misbrauche ihn auf eine sehr hinterhältige Art und Weise.

Feiheit. Es gibt ein Lied von Xavier Naidoo, dessen Titel lautet “ Freisein (Nachtschicht am Meer). Ich mag dieses Lied sehr gern. In diesem Lied beschreibt Naidoo, was er unter dem Begrif „Freiheit“ versteht. In manchen Phasen meines Glaubens, glaubte ich zu wissem, was Freiheit bedeutet. 1. Korinther 7,12 beschreibt/beschrieb meine Definition von Freiheit:

Es ist alles erlaubt, darf aber nicht dazu führen, dass ich meine Freiheit verliere.

Ich bin stark von Zigretten abhängig und ich wünschte dem wäre nicht so. Ich bin unfrei in dieser Hinsicht gesehen. Es dürstet mir nach Freiheit. Annie hat sich mal daselbe gefragt. Ich frage mich nun, wenn ich Christ bin und Christus mich Frei macht, warum fühl ich mich dann so häufig als unfreier Mensch? Will ich zu viel von Gott?

Johannes 4,14 :“Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, der wird nie wieder durstig sein“

Tolle Aussage, leider kann ich hinter diese Botschaft Gottes nicht immer blicken. An dieser Bibelstelle hängt sich einiges auf. Etwas zu verstehen ist nochmal etwas anderes als eine Erkenntniss daraus zu erhalten. Selbst Christen, die fest im Glauben stehen, zweifeln. Zweifel ist etwas furchtbares und doch ein riesen Geschenk. Ich bin froh, wenn ich daran gewachsen bin. Amen


3 Antworten

  1. [...] Vladi hat sich zum Thema Freiheit Gedanken [...]

  2. wow. den schluss find ich echt gut!

  3. [...] Bin gerade an einem Punkt, an dem sich ziemlich viel entscheidet, wohl mehr, als jemals zuvor. Im Juni endet mein Zivildienst. Was danach kommt, weis ich noch nicht. Es muss aber wohl bald eine Entscheidung fallen. Mal sehen, wie Gott die Weichen stellen wird! Es ist jedenfalls unheimlich entlastend zu wissen, dass die Sache nicht in meiner Hand liegt. Das macht frei! [...]

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